Pardon-Teufel vor 39 Jahren - Ein Rückblick - Erinnerungen an die Transitstrecken
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Der folgende Bericht stammt von Armin - Pardon-Teufelchen Nr.4







Erinnerungen an die Transitstrecken



Interessante Formalien, die für die Berliner (West) normal waren.

Während ein Bundi nur mal so, z.B. Am Wochenende, in die Umgebung seines Wohnortes aufbrach, kam dieses Unterfangen für einen Berliner (West) einer Mini-Exkursion gleich. Ich meine damit die Zeit vor dem Transitabkommen. Einmal abgesehen davon, dass den Berlinern (West) das Betreten der sowjetischen Besatzungszone, später DDR genannt, nicht erlaubt war, ergab sich aus der Länge der Transitstrecken erst mal eine Mindestdistanz von ca. 190 km bis nach Helmstedt.



Die Nordwest-Passage

Zur Info, vor dem Bau der Autobahn nach Hamburg gab es nur die F5 nach Horst/Lauenburg, das waren dann ca. 240 km. Die konnte/durfte man zwar auch mit den Fahrrad zurücklegen, war aber keine rechte Fahrfreude mit dem Auto. Es galt hier besonders in die Tiefe der DDR-Straßenverkehrsordnung einzudringen, um nicht den devisenmangelnden Haushalt der DDR aufzustocken.

Mit dem Bau der Autobahn nach Hamburg, Grenzorte Gudow/Zarrenthin verkürzte sich die Strecke auf ca. 230 km und das Fahren wurde fast wieder zur Freude. Ich war auf dieser Strecke, bedingt durch den Arbeitgeber, relativ häufig unterwegs. Sonntag-Abend nach Hamburg, Freitag-Nachmittag nach Berlin usw. und das Ganze dann über etwa zwei Jahre mit Unterbrechungen. Man kannte dann schon die Stellen, an denen mit Tarnnetzen des Militärs überspannte Radarwagen der Volkspolizei (Vopo) versteckt waren. Gegenseitige Warnung mittels Lichhupe machten nur leichtsinnige oder ahnungslose, denn die Vopo stand häufig, mit Ferngläsern bewacht, in Gegenrichtung und zog die Lichtwarner aus dem Verkehr, da dieses dort verboten war.





Etwas hinterhältig war der Abzweig nach Rostock. Von Berlin kommend, geht an diesem Autobahnabzweig die Strecke nicht etwa nach Hamburg gerade aus, sondern die nach Rostock. Wer da mal kurz gepennt hatte, hat sich das anschließend gemerkt. In diesem Bereich verschwinden so langsam die Berliner UKW-Sender aus dem Radio und ich befasste mich mit der Sendersuche nach dem NDR 2, der da so langsam hörbar wird. Ein Auge auf die Fahrbahn, ein Auge auf die Radioskala. Plötzlich huscht über mir der Wegweiser durch, auf dem ich gerade im Augenwinkel noch lesen konnte: „ROSTOCK“ . Scheisse, war mein erster Gedanke.
Gott sei Dank hatte man in späteren Transitabkommen derartige Verfahrer nicht sofort unter Strafe gestellt und sogar an der ersten Abfahrt hinter einer solchen Stelle entsprechende Wegweiser aufgestellt mit dem Hinweis: „Wendestelle Transit WB-BRD“. Also mit einem gewissen Muffensausen bis zur nächsten Ausfahrt und richtig, da stand so ein Schild. Also da raus, gewendet und wieder auf die Piste.
Jetzt kam aber die nächste Falle, denn ich kam ja nun aus Richtung Rostock und wollte nach Hamburg. Diese Route war aber keiner der Transitwege durch die DDR. Es wurde wohl auf die Hauptstadt der DDR, Praha, Waschawa usw. hingewiesen, ein Hinweis auf den Seehafen Hamburg fehlte aber. Ich kann mir gut vorstellen, wie sich die Russen beim Einmarsch in die Tschechoslowakei gefühlt hatten, als man ihnen die Wegweiser geklaut hatte. Ich folgte meinem geografischen Gefühl und landete wieder auf der richtigen Autobahn. Nach dem ersten Wegweiser der in die richtige Richtung wies, normalisierte sich mein Pulsschlag sich so langsam wieder.



Die Westroute

Die Strecke nach Marienborn/Helmstedt war damals, heute auch noch, eine der am meisten befahrenen Transitstrecken durch die DDR. Die Spielregeln waren auf dieser Autobahn die gleichen, wie später auf der Hamburger Autobahn. Wichtig war die Einhaltung der max. Geschwindigkeit auf Autobahnen, 100 km/h. Besonderes Augenmerk sollte man im Elbbereich auf geschwindigkeitsregulierende Schilder haben. Die Vopo hat da recht genau hingeschaut.




Checkpoint Alpha Helmstedt


Zur Zeit vor den Transitabkommen, war diese Strecke die billigste Transitstrecke.

Man darf nicht vergessen, das für die Benutzung der Transitwege eine Straßenbenutzungsgebühr zu entrichten war, die je nach Länge der Strecke, gestaffelt war.




Die Straßenbenutzungsgebühren auf den Transitstrecken waren meiner Erinnerung nach:

Babelsberg - Marienborn = 5,- DM
Babelsberg - Wartha - - - = 18,- DM
Babelsberg - Juchhöh - - = 15,- DM
Staaken - Horst - - - - - - - = 15,- DM

Anstelle von Babelsberg tauchte auch die Ortsbezeichnug Nowawes auf (z.B. KPP-Nowawes).

Bei obigen Ortsangaben tauchen heute weitgehend unbekannte Orte auf, die damals, zumindest bei den Berlinern, aber sehr wohl bekannt waren.

Diese Gebühr wurde unmittelbar bei der Einfuhrkontrolle auf die Transitstrecke in Bar erhoben. Der Betrag auf obigem Vordruck weist die Währung DM aus. Bei dieser Währungsangabe handelt es sich aber um die Ost-DM, später Mark der Deutschen Notenbank, noch später, Mark der DDR. Aus diesem Grunde enthält der Vordruck auch den Hinweis, das obiger Betrag nach Umtausch eines gleichen Betrages in DM-West eingezogen wird. Also zu einem Wechselkurs von 1 : 1 !!

Der oben erwähnte Ort Babelsberg beschreibt den alten DDR-Kontrollpunkt, dessen Pendant in Berlin (West) als Kontrollpunkt Dreilinden bekannt ist.

Heute weiss fast keiner mehr, das es einmal einen anderen, wie die eventuell heute noch bekannten Kontrollpunkte Drewitz und Dreilinden gab. Hierzu später mehr.



Nach dem 13. August 1961




Nach dem 13. August 1961 begannen erst richtig die politischen Muskelspiele der DDR gegenüber dem Transitverkehr. Neben der von Anfang an erhobenen Straßenbenutzungsgebühr gab es nun auch noch erhebliche Formalien bei der Einreise zu erledigen. Anfänglich waren hierzu noch mehrere große Zelte aufgestellt um bei jedem Wetter etwas geschützt zu sein.

Es galt einen mehrteiligen Antrag für Transitreisen auszufüllen. Das weiße Deckblatt war aus Papier, die folgenden waren Pappkarten. Dazwischen lag ein schmieriges Kohlepapier. Zusätzlich waren Angaben über mitgeführtes Geld und sonstige Wertgegenstände zu machen und bei Bedarf bei der Ausreise wieder nachzuweisen. Filmmaterial durfte nicht im Fotoapparat sein. Logisch, dann auch, das während der Transitfahrt auch nicht fotografiert werden durfte/konnte. Da die DDR-Währung keine frei konvertierbare Währung war, ist die Ein und Ausfuhr dieser Währung strengstens verboten gewesen.
Allerdings hat man dieses später wohl nicht mehr ganz so ernst gesehen, denn wer als Bundi Tagesbesucher der DDR-Hauptstadt war, musste ja bekanntlich den Zwangsumtausch über sich ergehen lassen. Hier erhielt man sehr oft Münzen, die man nicht ausgab, denn dafür waren die einfach zu schön, wenn auch nicht besonders Wertvoll. So besorgte sich die DDR auch zusätztliche Deviseneinnahmen, denn diese Münzen waren ja aus dem Umlauf entfernt.

Später sind viele dieser oben erwähnten Schikanemaßnahmen durch die Transitabkommen entfallen, bzw. in der Handhabung erheblich erleichtert worden.



Die Südwest-Route

Die Transitstrecke Babelsberg - Wartha war mit ca. 365km nicht nur die längste, sondern auch mit 18,- DM die teuerste. Ihr Verlauf war bis zum Hermsdorfer Kreuz mit der Bayern-Route identisch. Ab dem Hermsdorfer Kreuz zweigte sie aber westlich in Richtung Eisenach ab. Kurz vor der Thürigisch-Hessischen Grenze war die Autobahnfahrt jedoch zu Ende und der Rest mußte über Landstraße zurückgelegt werden. Ein Grund hierfür war der Verlauf der alten Reichs-Autobahn, die hier mehrfach die Länder Hessen und Thüringen wechselte. So musste man die Autobahn verlassen und über Wartha nach Herleshausen fahren. Nach ein paar km Landstraße gelangte man schliesslich wieder auf die Autobahn. Diese kam bei Kirchheim, in der Nähe von Bad Hersfeld auf die Autobahn Kassel-Frankfurt.

Benutzt wurde diese Autobahn aus verschiedenen Gründen verhältnismäßig wenig. Gründe waren u.A. die Länge der Strecke. Schließlich war ein verlassen der Transitwege strengstens verboten.

Hinzu kam, das sich durch die Landstraße im Bereich Wartha-Herleshausen die Fahrzeit verlängerte. Da ich dieses Route zu DDR-Zeiten nicht gefahren bin, kenne ich deren damaligen Streckenzustand nicht. Er soll aber nicht sonderlich gewesen sein. Benutzt wurde statt dessen der Weg über Marienborn/Helmstedt – Braunschschweig - Salzgitter – Kassel. Da hier, abgesehen vom Bereich Salzgitter, durchweg Autobahn war und man ab Helmstedt voll fahren konnte, war man so schneller am Kirchheimer Dreieck. Kiliometermäßig sind beide Strecken, bis nach Kirchheim, bis auf sehr wenige km gleichlang.



Die Südroute

Letztlich bleibt nur noch die Transitstrecke in Richtung Süden über die Kontrollpunkte Juchhöh/Töpen.

Ausgangspunkt aller Transitstrecken, mit Ausnahme der nach Hamburg, war immer der Berliner Kontrollpunkt Dreilinden. Man fuhr ab dort erst mal zum Berliner Ring und dann westwärts. Am Abzweig Leipzig trennten sich die Wege, Hannover verblieb auf dem Ring und die beiden anderen Strecken zweigten nach Süd ab. Nach (heute) relativ kurzer Fahrzeit gelangte man in den Bereich der Elbe und somit in den Bereich der zweiten Radarfalle. Die erste Möglichkeit den Devisenhaushalt der DDR aufzustocken hatte man kurz hinter der Raststelle Michendorf. Hinter den Eisenbahnbrücken lauerte oft ein Blitzer. Da die Elbbrücken fast immer irgendwie in Sanierung waren, quasi Dauerbaustelle, gab es hier ständig irgendwelche veränderten Verkehrsführungen und andere Streckenbeschränkungen. Die Ausschilderungen entsprachen durchaus nicht unbedingt dem bundesdeutschen Standard. Folglich gab es hier diverse Variablen, nach Devisen Ausschau zu halten. Durch die Elbe gab es hier auch ne Menge Nebel und so konnte man einiges raffiniert verstecken, quasi natürlich vernebeln.

Nach Durchquerung des Gebietes der Chemiekombinate, was geruchlich sogar nachts registrierbar war, kam das Skeuditzer Kreuz. Für uns Transitreisende nur eine Kreuzung vieler auf der Strecke. Vorsicht, hier wurde von der Mitte her geblitzt. Irgendwo zwischen den Brückenpfeilern stand da fast immer was rum.

Kurz hinter Weißenfels wurde es interessant, die Autobahn war plötzlich gepflastert. Feines, in Beton gebundenes Steinpflaster. Wenn es dann in das Tal bei Eisenberg ging, im Bereich der schönen Steinbogenbrücke, kamen Geschwindigkeitsbegrenzungen, die in der unten folgenden, langgestreckten Linkkurve sehr häufig überwacht wurden. Hinter der darauffolgenden Rechtskurve kam ein Rastplatz mit Kassenhäuschen. Allerdings war es, schon aus Gründen des Selbsterhaltungstriebes bei Regenwetter geboten, diese Geschwindigkeit ernst zu nehmen, denn das Pflaster war dann arg schlidderig.

Als nächstes kam dann das Hermsdorfer Kreuz. Hier zweigte die oben erwähnte Transitstrecke in Richtung Frankfurt/M ab. Auch bog hier eine Transitstrecke nach Prag in Richtung Ost ab. War für uns, die die Transitstrecken WB-BRD (Ost-Sprachgebrauch) benutzten, aber strengstens verboten. Jetzt ging es weiter und kurz dahinter wurde man wachgerüttelt, es war wieder Pflasterautobahn zu vermelden.

Bis zum Jahr 1966 verließ man an der Abfahrt Schleiz die Autobahn und gelangte über die F2 (heute B2) nach einigen Ortsdurchfahrten in den Ort Juchhöh in Thüringen. Ein kleiner Ort, der heute in Vergessenheit geraten ist.

Ich kann mich noch an diesen Kontrollpunkt im September 1961 erinnern, also unmittelbar nach dem Mauerbau. Die Straße ging schon innerörtlich mit recht starkem Gefälle zum den Grund des Saaletales runter. Nach dem Passieren einer recht unscheinbaren Brücke über die Saale war man endlich in Bayern und die Straße ging, so steil wie sie vorher abfiel, auch wieder nach oben. Oben angekommen sah man als erstes ein kleine Shell-Tankstelle, dahinter folgte dann der Ort Töpen.

Nun musste man sich über Landstraßen noch zur Autobahn durchhangeln. Die Autobahn von Gera her war erstens durch die Grenze verschlossen und dann noch nicht so recht fertiggestellt. So bot es sich an, irgendwie quer durch HOF und dann zur Autobahn nach München.

Später, man hatte sich zwischendurch über die Baumodalitäten der Wiederherstellung der Autobahn-Saalebrücke zwischen DDR und BRD geeinigt, war das doch etwas einfacher, denn es ging auf der Autobahn ab Schleiz weiter. Allerdings war die Fahrbahn in einem derartig saumäßigen Zustand, das man es vorzog auf der Linksspur zu bleiben. Was wiederum die Vopo zum Handeln anlass gab, denn es gab ja auch in der DDR das Rechtsfahrgebot. Zudem ging es in Richtung Saale recht forsch bergab. Also waren zwei Dinge zu beachten, möglichst rechts bleiben und den Wagen nicht sausen lassen. Dann auf diese kleinen roten Blechfähnchen achten, die bei schlechten Wetter schwer auszumachen waren. Und Nebel gibt es im Saaletal in Herbst reichlich. Wenn Schnee lag, wurde in der DDR mit Magnesiumlauge oder so ein ähnlichem Zeugs das Eis bekämpft. Daraus entstand dann eine schwarze Brühe, die schnell aus den ehemlas roten Blechfähnchen schwarze machte. Diese kleinen Dinger waren aber Lebenswichtig, denn sie standen unmittelbar an Gefahrenstellen. Also nicht 120 m Vorher sondern direkt am Loch. Und wenn da eine Fahne steckt, war das Loch heftig. Bei schönem Wetter also rechtzeitig erkennbar, da sah man das Loch ja auch schon früh genug. Wenn also Wasser im Loch war und man die Blechfahne übersah, war schnell mal ein Reifen oder Felge abzuschreiben, geringsten falls war die Radkappe auf und davon.

Kurz vor der Saalebrücke war in der Nähe der Ortschaft Hirschberg der Ost-Autobahnkontrollpunkt. Im Herbst ein fürchterliches Nebelloch.

Ich kam an einem ersten Mai, Tag der Arbeit, im Arbeiter und Bauernstaat auf den Kontrollpunkt zu, hatte erfolgreich die Vorkontrolle überwunden und sah Vorsortierwegweiser vom Kontrollpunkt. Als ich die erkennen konnte was da draufstand (LKW, PKW, BUS, Ausreise DDR), sortierte ich mich artig ein und übersah dabei, das inzwischen die Striche auf der Fahrbahn nicht mehr unterbrochen, sondern durchgezogen waren. Das sah aber sehr wohl der GrePo am Schlagbaum und ließ diesen hernieder gehen. Ich wurde einer sehr eingehenden und zeitaufwändigen Belehrung über den Zweck und Sinn von Fahrbahnmarkierungen unterzogen und durfte Cash bezahlen.

Man beachte auch hier galt ein Wechselkurs von 1:1, denn oben steht Mark und unten DM-DBB (Deutsche Mark-Deutsche Bundesbank).











Eine Wiederrede des dozierenden Volkspolizisten wäre in jedem Falle ungünstig verlaufen, denn es hätte nur die Tarife erhöht. Dieses Verhalten war in jedem Fall angebracht!

Viele dieser Dinge haben sich in Folge der späteren Transitabkommen leicht verbessert. So entfiel z.B. die Straßenbenutzungsgebühr und das elendige Aus- und Umräumen des Autos am Kontrollpunkt. Man musste beim Beladen sich schon vorher Gedanken darüber machen, wie man das alles am Kontrollpunkt zügig raus und auch wieder reinbekommt.



Der Kontrollpunkt Berlin-Dreilinden

Der Name des Kontrollpunkt Dreilinden (Alliied Checkpoint Bravo) ist eigentlich Irreführend.





Ich habe hier diese Wikipedia-Info eingefügt, weil man sich heute, da man überall hinkommen kann, daruber wundern könnte, weshalb ein West-Berliner Kontrollpunkt nach einem Ort im Osten benannt wurde. Denn es gibt fast genau zwischen dem alten und dem neuen Kontrollpunkt Dreilinden ein Ort in Brandenburg, der Dreilinden heisst. Diese Wikipedia-Info beschreibt die Urnamensgeber für die Bezeichnung Dreilinden und den Forst, das ehemalige Jagdschloss, wie die Revierförsterei sind weitgehnd in West-Berlin. Wie der Ort Dreilinden, zwischen der Stammbahn und dem Teltowkanal zu seinem Namen kam, konnte ich dort nicht entnehmen. Der unmittelbare angrenzende Forst wird dafür wohl verantwortlich sein.



Hinter der Autobahnabfahrt Babelsberg kam bis 1969 direkt dahinter der Kontrollpunkt „KPP Nowawes“ der später im „KPP Babelsberg“, später in „Güst Drewitz“ umbenannt wurde (KPP= Kontrollpassierpunkt). Hinter diesem Kontrollpunkt kam eine Rechts-, danach eine schärfere Linkskurve und man erreichte den West-Berliner Kontrollpunkt Dreilinden.

Dieser Kontrollpunkt lag bei dem West-Berliner Ortsteil Albrechts Teerofen, gelegen auf einer politischen, westberliner Landzunge, die in das Ostgebiet hineinragte. Man kann vermuten das hier früher eigentlich nur die Raststätte Dreilinden existierte. Diese war nun ins Zentrum des alliierten Kontrollpunkts (Checkpoint Bravo) geraten.



Dieser Checkpoint erinnert eher an eine Bretterbudenstadt, enthielt aber auf kleinsten Raum alles, was man zum kontrollieren benötigt.

Noch heute findet man auf dem 1969 still-gelegten Kontrollpunkt eindeutige Hinweise auf dessen Existenz. Um so trauriger ist es, das die Reste davon zusehend verfallen und dem Vandalismus preisgegeben sind.



Man kann sich das Areal bei Google-Maps sehr schön ansehen. Der Gesamte Bereich ist recht gut unter folgendem Link zu sehen:

http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&time=&date=&ttype=&q=dreilinden&sll=51.12421 3,10.546875&sspn=13.863599,29.619141&ie=UTF8&ll=52.405247,13.181319&spn =0.026286,0.0860 02&t=k&z=14&om=1"

Man erkennt hier noch sehr gut die inzwischen weitgehend renaturierte alte Trasse der Reichsautobahn und der Stammbahn.

Auf nachfolgendem Link ist die Brücke über den Teltowkanal zu sehen, auf der heute noch die Fahrbahnmarkierungen PKW, BUS LKW deutlich zu erkennen sind:

http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&time=&date=&ttype=&q=dreilinden&sll=51.12421 3,10.546875&sspn=13.863599,29.619141&ie=UTF8&ll=52.397105,13.168445&spn =0.000822,0.002688&t=k&z=19&om=1


Wer sich diese Bilder ansieht, erkennt im Hybridmodus (neuerdings Satellit mit Labels-Häkchen) recht schnell die Brisanz dieser Streckenführung.



Hier bestand für Moped-Fahrer die einzige Möglichkeit, hinten herum über Kohlhasenbrück, zur Autobahn zu gelangen, denn die Benutzung durch Mopeds war in der DDR frei, bei uns im Westen dagegen nicht.

Nach der Kontrolle im West-Kontrollpunkt ging es Richtung Berlin nochmal ca. 3 km unkontrolliert durch Ostgebiet. Zwar fast immer an der Grenze lang, aber immerhin... Aus diesen Grund wurde die Autobahn etwas nach südost verschwenkt. Westlich des Ortes Dreilinden wurde der neue Ost-Kontrollpunkt Drewitz gebaut und in dem schmalen Bereich zwischen dem Zehlendorfer Kleeblatt un der Grenze entstand der neue Kontrollpunkt Dreilinden. Somit umging man die politische Landzunge Westberlins und gelangte direkt in die Viersektoren-Stadt.



Der Neue, 1969 in Betrieb gegangene Kontrollpunkt war zwar großzügiger und größer wie der alte, aber durchaus nicht weniger nervig in der Kontrolle.



War man in der Hauptreisezeit unterwegs, so musste man schon mal die eine oder andere Stunde / Kontrollpunkt einplanen, so das zur reinen Fahrzeit von minimal 2 Stunden manchmal noch einige Stunden dazu kamen.



Interessantes Zubehör

Zu den besonderen Accessoires, die man unbeding dabei haben musste, waren seit Anbeginn:

1 Feuerlöscher, 1 Warndreieck, 1 Abschleppseil, 1 Erste-Hilfe-Kasten, 1 Pannenleuchte

Hier war die DDR vorbildlich, diese Utensilien sind bis heute in vereinten Deutschland längst nicht alles Pflichtgegenstände. Wer nicht alles beihatte hatte eigentlich fast immer Glück, aber wehe es passierte etwas und wenn es etwas unvorhergesehenes war.

So hatte ich einmal das Glück im Bereich der Raststätte Naumburg-Osterfeld in der sächsichen Tieflandebene auf meiner Fahrt nach Berlin von der Vopo angehalten zu werden. Der nette Mann in Grün fragte mich, ob ich ein Abschleppseil dabei hätte? Wenn nicht, dann bitte dort vorne anstellen zum bezahlen...

Ich hatte ein Abschleppseil dabei, welch Glück dachte ich, Feuerlöscher und das andere Zeugs hatte ich auch. Doch Schei....

„Fahren Sie doch bitte nach vorne, dort an dem grünen Audi“ Haste was falsch gemacht, waren meine Gedanken? Nee, es kam viel schlimmer. „Dieser Herr hier hat eine Panne und kein Abschleppseil dabei. Nehmen Sie den bitte bis Westberlin mit“ sagte es mir und half beim anbenzeln des Seiles.

Nun hatte ich, von weit vor Leipzig, hinten einen dran hängen. Wie schnell darf man in der DDR abschleppen? Keine Ahnung, aber der Typ da hinter mir hatte sich noch nie schleppen lassen und ich hatte noch nie geschleppt. Und dann die Distanz bis Berlin, na halleluja. Wir einigten uns noch darauf: Beschleunigen tu ich, bremsen tust du. Klar? Immer die Strippe schön straff halten! Also gings wieder auf die Piste. Nach einiger Zeit kamen wir dann in Drewitz an und wurden auch sofort im Zweierpack abgefertigt, weil man wohl von unserer Existenz auf der Strecke schon wusste. In Berlin habe ich den dann gleich bein ADAC abgeliefert und war froh wieder zu Hause zu sein. Ich glaube, so wie wir gefahren sind, wär der mir eigenen Motor auch nicht viel langsamer in Berlin angekommen.

Erst viel später habe ich mich mal über die StVO der DDR gebeugt und feststellen dürfen, dass wir im Schleppverband höchstens 40 km/h hätten fahren dürfen und bei der nächsten Abfahrt runter müssten. Aber dagegen sprach ja eigentlich die Transitvorschrift (gegen das Verlassen).


Ein anderer Fall war der, ich (Teufelchen 4) fuhr zusammen mit Teufelchen 1 und 2 im Wagen von 2(Opel P1) bei leichtem Schneefall, gerade hinter dem Kontrollpunkt Hirschberg in Richtung Berlin eine Anhöhe hoch. Die Scheibenwischer wedelten die Flocken von der Scheibe und plötzlich begannen die Scheinwerfer im Rhythmus des Wischers zu flackern, bis sie gänzlich ausgingen. Nu war es ganz duster. Also, trainiert, wie man war, einer rannte mit dem Warndreieick los und stellte es in entsprechender Distanz auf. Mit der Pannenlampe wurde sofort an die Fehlerbeseitigung gegangen.
Wir waren aber noch im grenznahen Bereich, also kann man vermuten, das überall an der Strecke auch Horch und Guck war. Und richtig, kaum, dass wir standen, bekamen wir auch schon Besuch. Wir wurden gefragt, was wir den dort täten und erwiederten, das das Licht ausgefallen sei. „Und deshalb halten sie an?“ bekamen wir zur Antwort. Unser Hinweis, dass das gesamte Licht ausgefallen sei, wurde mit „Ach so...“ beantwortet. Gott sei Dank hat Bernd den Fehler recht schnell gefunden. Eine Kabelschuh-Verschraubung an Zündschloss hatte sich gelöst und für die Unterbrechung gesorgt. Steckkontakte mussten zu dieser Zeit noch erfunden werden. Wir konnten die Fahrt so nach einer relativ kurzen Unterbrechung fortsetzen.



Funk in Auto

In der Teufelchen-Gruppe gibt es ja mindestens drei lizensierte Funkamateure. Mehr oder weniger aktiv. So totalitär der Staat DDR auch war, er war stets um internationale Anerkennung bemüht. Und der Amateurfunk ist im Weltnachrichtenvertrag als Funkdienst festgeschrieben. Nur am Rande bemerkt, so gab es auch in der DDR Funkamateure.

Auf den Transitwegen durfte ein Funkgerät mitgeführt werden, unter der Voraussetzung, das es auch wieder ausgefüht wird. Handys mussten noch erfunden werden. Es gab aber auch Taxen, sonstige Firmenwagen mit Funk und Autos mit eingebauter B I-Netz oder B II-Netz Telefoneinrichtung. Da diese Gerätschaften damals noch erhebliche Ausmaße hatten, konnte man die nicht bei jeder Transitfahrt entfernen. Auch die Später eingeführte C-Netz Technik war nach heutigen Vorstellungen alles andere als klein. Also blieben die Kisten im Auto und man musste die bei der Einfahrt in die DDR deklarieren. Alleine das Einschalten aber war schon bei Strafe verboten. Ging aber trotzdem gut.

Dieses wierderum war ein Akt für die Zollorgane der DDR. Diese aber gab es im Transitverkehr laut Transitabkommen nicht mehr, zumindest ohne Kontrollfunktionen. Der Transitbenutzer wurde nur von den Grenztruppen der NVA abgefetigt, die man am „grünen Band der Sympathie“ erkannte, darauf stand eben: “Grenztruppen der DDR“. Diese Menschen waren weitgehend in grün mit variablen Helligkeitswerten gekleidet. War dagegen ein Mensch in grauen Farbtönen zu sehen, so hatte der deine Sympathie ohne das es an ihm dranstand. Stand man in der Schlange oder einer der Schlangen, wovon es im Urlaubsverker durchaus weit über zehn gab, hielt man nach so einem Typ Ausschau und versuchte den durch Winken mit dem Antrag oder der Genehmigungsurkunde auf sich aufmerksam zu machen. Hat er dich gesehen und es ergab sich die Möglichkeit, wurde ein Gummihütchen zur Seite genommen und man bekam in eine persönliche Einzelspur mit Einzelabfertigung. Nach der Passkontrolle wurde man am Zollhäuschen schon erwartet, ein kurzer Blick auf die Funkapparaturen und die Fahrt ging weiter. Aber wehe, man hatte keine Genehmigung, sondern musste erst noch einen Antrag stellen. Dann erfuhr man, was „Adler-Späh- Suchverfahren“ für eine Bedienungsart der Schreibmaschine ist. So manches mal dachte ich mir, die Zeit die du vorhin gewonnen hattest, die vergeigst du hier. Man stand in der Hütte am Thresen und schaute dem Mann in grau beim Einhämmern der Buchstaben zu. Die Typen der Maschinen waren oftmals so scharf, dass das Herausfallen der O’s und Nullen obligatorisch war. Von der Rückseite hätte ein Blinder das bestimmt auch noch lesen können. Dieses Hämmern war durch das mangelhafte Kohlepapier bedingt, denn man erhielt schließlich das Original der Urkunde aus der Manufaktur.

Wer öfter auf den Transitstrecken unterwegs war, hat sich eine Jahresgenehmigung besorgt, so hatte er nur einmal/Jahr dieses einhämmernde Erlebnis. Das das alles nur gegen Gebühr ging, ist klar.

Die Ausreise war sehr unproblematisch. Da bei der Ausreise im Kontrollpunkt nur die grünen Typen in der Transitabfertigung waren, war man dort völlig fehl am Platze. Man benutzte die Spur „Ausreise DDR“. Da fand man auch die grauen. Zu diesen Zeiten waren Besuche in die DDR im Verkehrsaufkommen im Vergleich zum Transitaufkommen, verschwindend gering. Ausreisende DDR-Bürger waren damals auch eher die Seltenheit. Also ging es in diesem Kontrollbereich eher gemütlich zu, selbst, wenn im Transitbereich wegen Schulferien der Bär steppte.

Der Mann in grau erkannte recht schnell, das man eigentlich hier falsch sei und machte eine Sonderpassage im Kontrollbereich frei. Schaute auf das Vorhandensein der Funkeinrichtung und man schwuppte an den Ausreisenden DDR-Besuchern vorbei und überholte die weit über zehn Wartespuren des Transitverkehrs. Die Leute in grün waren da natürlich auch vorhanden.

Einmal wurde ich von dem Mann in grau gefragt, ob ich Zeit hätte. Das zu verneinen wäre sehr oft fatal geahndet worden, also hatte ich Zeit. Na bitte, dachte ich, nun geht die Sch... los. Ich wurde in eine offene Garage gebeten und hinter mir gingen die Türen zu.
Der Mann in grau entpuppte sich als Funkamateur, irgend so ein DM2xyz, der Interesse daran hatte, wo ich die damals angegeben 6400 Funk-Kanäle hatte, denn er hatte nur mein sog. Bedienfeld des Funkgeräts gesehen. Ich erklärte ihm, das es sich dabei um ein sogenanntes Rasterfunkgerät handelt das für Empfänger und Sender je 80 Frequenzen einstellbar hat und somit sich 80 X 80 = 6400 Kanäle ergeben würden. Und das, was er als Bediengerät hielt, bereits das ganze Funkgerät sei.
Er zeigte sich von der West-Technik beeindruckt und erzählte mir noch etwas von seiner Röhrentechnik auf Kurzwelle, wovon ich nun wieder keine Ahnung hatte und entließ mich mit dem Funkergruß „best DX“ und den Wunsch nach weiterhin guter Fahrt. Auch da gab es Menschen.
Ich konnte mir aber die Angabe mit den tausenden von Kanälen in Zukunft verkneifen und gab im Antrag fortan nur noch das 2 m-Amaterfunkband an.



Schnaps und Zigaretten

Neben Schnaps und Zigaretten sei an die Intershops erinnert, die es an der Transitstrecke gab. Nach Hamburg waren das zwei, einer gleich hinter dem Abzweig Rostock und ein weiter hinter dem schweriner Abzweig.
Für alle anderen Routen kam erst mal der Intershop Michendorf. Nach Hannover kam noch der Intershop Börde und in Richtung Süden gab es Naumburg-Osterfeld und Hermsdorfer Kreuz.
Hier konnte man anfangs noch recht günstig tanken, was sich nach der Ölkrise etwas relativierte. Günstig blieb es allemahl.

Rein zollrechtlich verließ man das Zoll-/Steuergebiet der Bundesrepublik Deutschland. Wenn auch in Berlin (West) das Zollwesen beim Land und im restlichen Bundesgebiet beim Bund lagen, waren die Zollrechtlichen Bedingungen die selben. Es galten in Berlin (West) nun mal alliierte Vorgaben, die eine direkte Bundesaktivität in Berlin (West) untersagten. Deshalb gab es ja hier auch eine „Deutsche Bundespost Berlin“ mit eigenen, z.T. vom Bundesgebiet abweichenden Briefmarken. Auch die „Deutsche Bundesbahn“ hatte in Berlin (West ) nur eine Repräsentanz, aber keine Betriebsrechte. Die lagen bei der Deutschen Reichsbahn der DDR.

Also, man verließ die Bundesrepublik und war Zollrechtlich im Ausland, auch wenn man die DDR damit staatsrechtlich nicht anerkennen wollte. Also genauso, wie wenn man in Heiligenhafen auf einen Butterdampfer stieg, eine Ehrenrunde über die Ostsee außerhalb der Dreimeilenzone machte, zollfrei einkaufte und wieder an Land ging.
So wurde es zollrechtlich geduldet, das man sich im Rahmen der üblichen Zoll-Freimengen eindecken durfte. Also grob gesagt, 200 Zigaretten, ein Liter Alkoholica, ein Pfund Kaffee usw.

Da die DDR-Staatskasse ein ständigen Devisenmangel zu verzeichnen hatte. War sie natürlich an zusätzlichen Devisenquellen interessiert und bot im Intershop an den Transitwegen obige Produkte halbwegs preisgünstig an.

Das erweckte dann allerdings bei den Leuten in grün, diesmal auf der Westseite, ein begründetes Interesse. Im Westen ist der Zoll grün und nicht grau! Die fragten dann nach in der DDR erworbenen Waren und ließen sich die ggf. auch zeigen. War man nun für ein kurzes Wochenende mal kurz in der Lüneburger Heide, hatte im Transit eingekauft und kann zwei Tage später wieder zurück, waren sicher die auf der Hinfahrt gekauften, meldepflichtigen Waren noch nicht verbraucht. Hatte aber das Recht auf der Rückfahrt im Transit wiederum zuzuschlagen. Wehe man hatte vorher beim WESTZOLL die Restbestände der Hinfahrt nicht deklariert, dann wurde bei einer Kontrolle in Berlin (West) die Übermenge nachversteuert. Der DDR war das alles relativ egal, die hatte ja die Devisen eingenommen.
Noch prekärer war so etwas, wenn man zum Wochenende mal kurz zur Ostsee fuhr, eine Butterfahrt mitmachte und danach wieder nach Hause fuhr. Man hatte ggf. unversteuerte Waren der Hinfahrt, unversteuerte Waren der Butterfahrt und unversteuerte Waren der Rückfahrt im Auto. Wenn dann, wieder in Berlin angekommen, der Westzoll zuschlug, tränten die Augen. Hätte man dagegen vor der Einreise in die DDR bei der Rückfahrt die Waren beim Westzoll deklariert, wäre gar nichts passiert. Die deklarierte Warenmenge war zollrechtlich neutralisiert.

Anfänglich erwähnte ich ja meine berufliche Tätigkeit in Hamburg. Damit war ich auch regelmäßig auf den Transitstrecken unterwegs.

Ich fuhr also nach Hamburg und deckte mich beim Intershop ein. Auf dem Rückweg nach fünf Tagen ließ ich vieles der Waren in Hamburg zurück und kaufte auf dem Rückweg wieder neu ein.

Zigaretten waren bei jeder Fahrtrichtung immer dabei, anfänglich auch noch Rum für den Wintergrog, später dann mehr in Richtung Wein. Die Zigaretten wurden durch Pfeifentabak ersetzt, Kaffee durch Tee usw. So stapelten sich so langsam in meinem Hamburger Domizil die unversteuerten Waren.

Als meine hamburger Tätigkeit dann beendet war, musste ich das ganze Zeugs ja irgendwie risikofrei nach Berlin bekommen.

Für solche Fälle gab es ein Formblatt der Oberfinanzdirektion Hannover, auf der man vor der Einfahrt in die DDR mitgeführte, unversteuerte Waren beim Westzoll deklarieren konnte. Es wurde also Inventur gemacht und der Bestand in das Formblatt übertragen.

Der Zollbeamte im Kontrollpunkt Gudow (West) überprüfte den Warenbestand im Kofferraum mit den Angaben auf dem Formblatt und gab völlig kostenfrei seinen Dienststempel auf das Papier. Der Kofferrauminhalt war somit steuerlich neutralisiert worden. Den DDR-Zoll hat das überhaupt nicht interessiert.

Im Berlin (West) angekommen, wurde ich, wie so oft, vom Westzoll nach Einkäufen in der DDR befragt und erklärte, das ich nur im Rahmen der erlaubten Mengen zugeschlagen hätte. Was wierderum dazu führte, das ich rechts raus musste.

Als ich den Kofferraum öffnete sah man bei dem Beamten förmlich, wie bei Dagobert Duck, die Dollarsymbole durch die Augen blitzen. Ich zeigte ihm die 12 St-Steuerbescheinigung, woraufhin dieses gewisse blitzen in den Augen verschwand. Eine weitere Kontrolle erfolgte daraufhin nicht mehr und ich durfte meine Fahrt fortsetzen.

Ich war in Berlin (West).




Ach wie langweilig ist es heute nach Berlin zu fahren.

Vermissen tue ich das Erlebte aber nicht unbedingt!



Hier noch ein interessanter Link zu den Grenzkontrollstellen nach Berlin aus der Sicht eines Kontrollorganes


http://passkontrolle.thomschke.org

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